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unterwegs für öffentliche bibliotheken

auch twinity ist eine geteilte stadt – eine mauer für betriebssysteme

| 4 Kommentare

berliner mauer by marco fieber (flickr)

berliner mauer by marco fieber (flickr)

da eröffnet am 05.09.2008 der berliner bürgermeister feierlich die von metaversum entwickelte betaversion der virtuellen zwillingsstadt berlins: „twinity“ und in einem interview im berliner tagesspiegel sprach der regierende zu seinem volk:

„Berlin lebt von Innovationen, und mit Twinity können nun Menschen aus aller Welt die Metropole im Internet erleben.“ (tagesspiegel)

auf der startseite der virtuellen stadt heißt es:

Twinity ist eine 3D-Onlinewelt, die eng mit der Realität verknüpft ist. In Twinity kannst Du die aufregendsten Metropolen der Welt virtuell entdecken und bewohnen.

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  • Entdecke Twinitys erste virtuelle Stadt: Berlin
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Die ersten Nutzer entdecken bereits Twinity. Wenn auch Du dabei sein willst, registrier Dich jetzt!

die eröffnung (mit rotem teppich) ist im videotrailer dokumentiert:

ich wollte nur nachsehen, ob sich bereits bibliotheken oder bibliothekar_innen in dieser virtuellen welt tummeln und habe versucht, mich zu registrieren. aber gleich im zweiten schritt der anmeldung fand ich die neue berliner mauer:

besuch nur für windowsuser_innen

besuch nur für windowsuser_innen

nach den gelungenen lobbyempfängen des bekannten softwareherstellers, fiel es dem regierenden sicherlich nicht weiter auf, dass er bei der eröffung von „twinity“ eine neue mauer errichtete und gemeinsam mit metaversum nur für nutzer_innen der betriebssysteme aus dem hause microsoft den roten teppich ausrollte.

diese mauer schließt „at the moment“ nutzer_innen aus, die sich nicht für ein betriebssystem von microsoft begeistern können. nein – es gibt keine möglichkeit für einreiseanträge und auch kein begrüßungsgeld. burk’s blog schreibt dazu:

Außer N-TV erwähnt niemand, dass die neue 3D-Welt nur für Windows-Nutzer ist. Ich verstehe das nicht. Wäre ein Hinweis nicht angebracht, um Apple- und Linux-Nutzer nicht zu enttäuschen? Sind diese als Rezipienten der Medien irrelevant? Ich habe außer ein paar ironischen Kommentaren von Kurt Sagatz im Tagesspiegel auch kein Wort der Kritik gelesen und gehört. Ist so etwas Journalismus?

fazit: linux-user_innen und mac-usrer_innen sind (zur zeit?) einfach keine twinityaner_innen. ich bin sehr gespannt, wie lange diese neue berliner twinity mauer bestehen wird.

4 Kommentare

  1. Mich wundert nichts mehr. Hier steht vermeintliche Einfachheit (Windows hat ja jede) einer technischen Freiheit (Linux) gegenüber. Leider verliert Linux hier immer wieder. Vielleicht wird ja manches irgendwann besser…

    Aus dem Berliner Manifest: Öffentliche Dienste 2.0: „Was mit öffentlichen Geldern oder Zuschüssen finanziert wurde, muss für die Öffentlichkeit frei zugänglich sein und sollte entsprechend der neuen technischen Möglichkeiten auch digital öffentlich und weitgehend kostenfrei nutzbar gemacht werden.“

    so zum Beispiel. Das würde mir gefallen.

  2. @ marius
    soweit ich das überblicke wurde die virtuelle welt nicht direkt aus öffentlichen geldern gefördert (http://www.golem.de/0804/58754.html).

    trotzdem schließt das deine forderung nach einem zugang für alle nicht aus.
    schließlich repräsentiert twinity eine virtuelle seite berlins – und das heißt auch dich und mich. oder lautet das motto hier nicht „be twinity“?

  3. Das ist doch echt zum K**** ich arbeite seit Anfang an mit Mac und ich finde es wird so langsam Zeit das die Mauern fallen. Ich hab mich echt geärgert als ich von dem ganzen gelesen hab, es runterladen wollte und dann das böse erwachen kam… nicht für uns…. das ist eine ausgrenzung und überhaupt nicht fair

  4. ich ärgere mich auch über diese nichtberücksichtigung einer user_innengruppe. als konsequenz wandern bei mir alle nachrichten von twinity gleich in den spam.
    lg danilola

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