danilolablog

unterwegs für öffentliche bibliotheken

aus 29 mach 7 – bibliotheksnotdienst in der kurt-tucholsky-bibliothek

| 1 Kommentar

der regierende bürgermeister berlins bereist vergnüglich china und ca. 30 ehrenamtliche versuchen die arbeit der kurt-tucholsky-bibliothek in pankow in abgespeckter version aufrecht zu erhalten. der verein pro kiez setzt sich seit einiger zeit für den erhalt und ausbau der öffentlichen bibliothek in pankow ein.

der gestrigen berliner regionalausgabe der taz war dieses ehrenamtliche engagement gleich zwei meldungen wert.

franka nagel fordert in berufung auf pro kiez ein berliner bibliotheksgesetz:

In den letzten zehn Jahren haben allein im Bezirk Pankow 22 Bibliotheken geschlossen. Gab es im Jahr 2000 noch 29 Büchereien, so sind es jetzt 7. „Die Personaleinsparungen waren unerlässlich“, sagt die Pankower Bezirksstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz (SPD). Pankow sei immer noch einer der schlimmsten Schuldenbezirke. Zudem kämen die vielen Schließungen auch durch Zusammenlegungen zustande. „Trotzdem ist ehrenamtliche Arbeit nicht die Lösung für Personaleinsparungen. Auf Dauer kann sie das Fachwissen der ausgebildeten Bibliothekare nicht ersetzen“, räumt die Bezirksstadträtin ein. Man müsse aufpassen, dass das Ehrenamtlichenmodell in der Bibliothekslandschaft nicht Schule mache.

Auch Peter Venus, der Sprecher des Vereins Pro Kiez, sieht den Senat in der Verantwortung. „Kultur muss Pflichtaufgabe werden“, sagt er. „Das Bezirksamt kann Einsparungen nur in Bereichen vornehmen, auf die die Bürger keinen Rechtsanspruch haben. Darunter fallen die Kultureinrichtungen.“ Deswegen fordere Pro Kiez ein Bibliotheksgesetz, das den Anspruch der Bürger auf Bibliotheken verankere.

gereon asmuth wirft der berliner bildungspolitik im kommentar „ein lobenswerter notnagel“ eine bakrotterklärung vor:

Deshalb ist auch die ehrenamtliche Arbeit keineswegs ein problemloses Allheilmittel. Wenn Bürger damit etwas auf die Beine stellen, was es zuvor nicht gab, dann ist sie wunderbar. Wenn sie wie bei der Bibliothek in Prenzlauer Berg etwas ersetzt, was der Staat nicht mehr finanziert, weil angeblich die Mittel fehlen, mag man das gerade noch akzeptieren. Spätestens aber dann, wenn Politiker auf ehrenamtliches Engagement setzen, muss man hellhörig werden.

Denn deren Aufgabe ist es, das Gemeinwohl aus Steuermitteln herzustellen. Wenn die Politik zusätzlich freiwillige Dienste einfordert, ist das nicht anderes als eine Bankrotterklärung.

da ich pragmatische vorschläge und forderungen liebe, fordere ich neben der intensiven auseinandersetzung zu einem dringend notwendigen berliner bibliotheksgesetz die sofortige streichung aller anstehenden auslandsflüge der berliner politiker_innen. diese streichung erfolgt aufgrund der fehlenden gelder und gilt solange, bis die die hälfte der geschlossenen bibliotheken in berlin wieder ihre arbeit aufgenommen haben und die verrichtete arbeit der kurt-tucholsky-bibliothek wieder bezahlt werden kann. oder wie sagte der finanzsenator berlins: „sparen bis es quietscht“.

Ein Kommentar

  1. Pingback: wem gehört berlin? - gebt den ratten keine krümel !! « danilolablog

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.