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besserer sex durch vegetarismus?! – kein peta-werbeclip beim super bowl

| 6 Kommentare

peta wirbt

peta wirbt

während des tv- und sportereignisses super bowl laufen jährliche eine vielzahl an extra angefertigten werbeclips.

Wegen den hohen Zuschauer-Quoten lassen sich auch die Werbemacher jedes Jahr etwas Spezielles einfallen. Die gezeigten Werbespots sind für dieses Ereignis besonders kreativ und unterhaltsam und sogar Leute die nicht am Sport interessiert sind sehen sich deswegen den Super Bowl an. Dieses Jahr hat auch die Tierrechts-Organisation PETA einen Werbespot gedreht. (vegan.ch)

der clip „veggie love!“ wurde aber wegen erotischer inhalte zur ausstrahlung abgelehnt.

peta wirbt 3

peta wirbt 3

NBC rejected the video because of concerns over „rubbing pelvic region with pumpkin,“ a woman „screwing herself with broccoli,“ and more! (peta)

peta wirbt 2

peta wirbt 2

sicher lässt sich die sexualisierte darstellung von frauen in diesem clip diskutieren und peta greift immer wieder bei werbekampagnen zu bildern mit nackten frauenkörpern.

doch ist das kein themenfeld, das allein peta besetzt. die fleischindustrie wirbt seit jahren für totes fleisch mit nackter haut und auch sonst finden sich in werbeclips und plakaten eine vielzahl an sexualisierten handlungen (bsp. cma- kampagne).

peta weist auf der homepage darauf hin, das dieser clip nicht der erste ist, der sich als „to hot for tv“ herausgestellt hat und stellt eine reihe der „heißen“ filme zum download zur verfügung.

peta wirbt 4

peta wirbt 4

was meint ihr zu diesem clip? räumt er mit dem mythos der asexuellen ausrichtung von vegetarier_innen auf?  reiht er sich lediglich ein in eine nicht endend wollende reihe von sexistischen werbeclips und postern, die auf die sexualisierte darstellung von frauen als lustobjekte setzen?

6 Kommentare

  1. Ich finde den Spot (pardon) scheiße und peinlich. Was das betrifft finde ich Peta echt fragwürdig und ziemlich unkreativ … denn was mich bei Saturn aufregt, finde ich bei Peta dreifach ätzend. Ist es wirklich so, dass Vegetarier ein Image als „Asexuelle“ haben? Ist mir noch nie aufgefallen.

  2. @ christinbee
    was genau findest du an dem spot peinlich? die verbindungen zwischen lustfeindlichkeit, ernsthaftigkeit, schwäche und asexualität findet sich immer wieder in den auseinandersetzungen zum vegetarismus, soweit ich das beurteilen kann. hier könnte eine durskursanalyse sicherlich etwas klarheit schaffen.

  3. Gut, also genau:
    Ich finde es peinlich, dass halbnackte Frauen durchs Bild laufen und sich irgendwelches Gemüse zwischen ihre Beine halten, um für Vegetarismus zu werben. Jetzt fragt sich: Ist der Spot eine Parodie? – Ok, mag sein dass die Macher dies für witzig und ironisch halten – aber wenn das eine Parodie sein soll, hätten die Gesten übertriebener und expliziter sein müssen. Der Spot wirkt auf mich nicht ironisch.
    Dass Vegetarier_innen nicht automatisch Feminist_innen sind ist klar und sicher kann man über Sex/Sexismus in der Werbung geteilter Meinung sein. Trotzdem ist es für viele ein Reizthema und so ungeniert damit umzugehen finde ich fragwürdig. Schließlich werben sie doch selbst für ihr Anliegen, fordern Respekt und eine ernsthalfte Auseinandersetzung damit. So ein bisschen Zurückhaltung wäre angebracht… stattdessen werden nackte Frauen mit der Zeit so eine Art Peta-Aushängeschild. –> Oder ist das übertrieben??

    Dagegen ist „Tofu liebt dich“ (http://tinyurl.com/bz2dm2) echt toll.

    Wie findest du den Spot eigentlich?

  4. „hier könnte eine durskursanalyse sicherlich etwas klarheit schaffen“ —> Na dann mach dich mal an die Arbeit. 🙂

  5. @ christinbee

    generell finde ich es schwierig, dass dieser clip verboten wird, obwohl andere werbungen für shampoo, autos, fleisch mit dem selben mittel arbeiten.

    ich bin mir prinzipiell gar nicht so sicher, wie ich den film finden soll. er arbeitet mit einer für die werbung mittlerweile typischen gleichsetzung: frau =sex. das ist billig, ziemlich übel und ganz klar sexistisch. so geht es mir übrigens bei einigen der werbeplakate von peta auch.

    anderer seits geht es mir so, dass ich den clip als ironische reaktion auf die sexistische werbung für fleischprodukte lesen möchte. das geht mir vor allem so, wenn ich statt der phalischen spargelstangen und brokkolistiele einen kürbis als objekt der begierde sehen kann. 😉

    ja der tofu liebt dich spot ist da von ganz anderer qualität. aber wie sollte eigentlich ein optimaler kurzclip für vegetarische lebensweisen aussehen? was muss mit rein? wie stelle ich was dar?

    interessanter weise findet kaum ein theoretischer austausch zwischen tierrechtsaktivist_innen und geschlechterforscher_innen statt. das nichtmenschliche tier bekommt bisher trotz der intensiven auseinandersetzung mit interdependenzen sowie macht- und herrschaftsmechanismen keinen platz in der geschlechterforschung. und ein reflektierter umgang mit geschlechterstereotypen und sexismus schein bei peta kein großes thema zu sein. hier bleibt viel zu tun.

  6. Pingback: [Panne] Pornoauschnitte während Superbowlübertragung « mari*us.zierold

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