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unterwegs für öffentliche bibliotheken

bibliothek für alle!? – barrierefreiheit in bibliotheken durch das konjunkturpaket II?

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die lebenshilfe fordert von der bundesregierung, dass die gelder aus dem konjunkturpaket II für  investitionen ausgegeben werden, die ein weitgehend barrierefreies leben von menschen mit beeinträchtigungen ermöglichen. am beispiel von berlin zeigt die lebenshilfe auf, in welcher höhe z.b. gelder für sanierungsarbeiten zur verfügung stehen können:

Die Bundeshauptstadt kann im Jahr 2009 mit bis zu 632 Millionen Euro rechnen, die für die Sanierung von Schulen, Kitas und Universitäten ausgegeben werden. Auch die Berliner Krankenhäuser können für die Instandhaltung von Anlagen und für die Modernisierung ihrer technischen Ausstattung 54 Millionen Euro abrufen. Für Sanierungsarbeiten an öffentlichen Gebäuden stellt der Senat 104 Millionen Euro zur Verfügung. Davon werden vor allem Theater, Museen, Bäder, Bibliotheken usw. profitieren.

Die Lebenshilfe fordert, diese Gelder gezielt für Maßnahmen einzusetzen, die den Grundsatz der Barrierefreiheit beachten. (Presseerklärung)

aktion mensch

aktion mensch

gerade in vielen bibliotheken besteht noch ein großer handlungsbedarf, um eine nutzung der öffentlichen räume für alle zu ermöglichen.

in dem ifla papier Zugang zu Bibliotheken für Menschen mit Behinderungen (pdf) heißt es:

Jeder sollte in der Lage sein, die Bibliotheken eines Landes nutzen zu können.
Die Lage der Bibliothek, der Eingang, Toiletten, Treppen, Fahrstühle und spezielle Räume sollten zugänglich sein für Menschen mit verschiedenen Behinderungen. Ein Mensch in einem Rollstuhl sollte in der Lage sein, verschiedene Abteilungen zu erreichen, ein sehbehinderter Nutzer sollte in der Lage sein, mit einem Blindenstock und einem Führhund seinen Weg ohne Hindernisse finden zu können. Ein gehörloser Mensch sollte ermöglicht werden, mit dem Bibliothekspersonal zu kommunizieren. Eine Person mit geistigen Einschränkungen sollte in der Lage sein, Bücher und anderen Medien allein zu finden. Ein Mensch mit Dyslexie oder anderen Leseproblemen sollte in der Lage sein, sich zu orientieren. (S. 6)

hier einige punkte, die mir in der letzten zeit aufgefallen sind, um bibliotheken barriereärmer zu gestalten:

  • kataloge in leichter sprache anbieten
  • den bibliothkesbestand in leichter sprache ausbauen
  • arbeitsplätze für menschen mit beeinträchtigungen einrichten
  • opac und homepage der bibliotheken barrierefrei gestalten
  • bauliche und räumliche barrieren aus dem weg raümen
  • das thema diversity und angebote für menschen mit beeinträchtigungen in den kanon der lehre und des studiums aufnehmen
  • einbezug von menschen mit beeinträchtigungen bei der planung von neuen gebäuden und der erwerbung
klarheit

klarheit

es gibt bereits erste gelungene bemühungen und projekte, aber im großen und ganzen gibt es noch viel zu tun. die ifla hat eine prüfliste zum Zugang zu Bibliotheken für Menschen mit Behinderungen (pdf) erstellt, an hand dieser liste können  bibliothekar_innen überprüfen, wo in ihren einrichtungen noch handlungsbedarf besteht.  für den technischen bereich und internetpräsentationen gibt es außerdem die opl-checkliste 25: barrierefreie informationstechnik (pdf).  also ran an die geldtöpfe im sinne einer bibliothek für alle. 🙂

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