danilolablog

unterwegs für öffentliche bibliotheken

bibliotheken in den medien – „bibinalert“ der monatliche bibliotheksalarm zu pressemeldungen

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my alarm clock by joi (flickr)

my alarm clock by joi (flickr)

seit einiger zeit habe ich verschiedene google-alerts zum themenschwerpunkt „bibliotheken und bibliothekswesen“ abonniert. im gegensatz zu den erfahrungen von lonely librarian erhalte ich täglich bis zu 10 aktuelle und für mich häufig interessante linkempfehlungen. diese hinweise erlauben es mir einen kleinen einblick in die darstellung von bibliotheken in der medienlanschaft zu erhalten und ich bekomme darüber hinaus einen überblick zur wahrnehmung bibliothekarischen arbeitens in und mit der öffentlichkeit.

ich werde nun (soweit es meine zeit erlaubt) einmal im monat  auf einige meldungen zurückschauen. und somit eine weitere inhaltliche reihe im danilolablog mit dem titel „bibinalert“ starten. alle von mir als aufhebenswert befundenen alerts speichere ich seit mitte august mit dem tag „bibinalert“ bei del.icio.us. um eine anzeige nach monaten zu ermöglichen, verknüpfe ich die gespeicherten links mit folgenden tags 2008-08, 2008-09, ….

bibinalert – bibliotheksalarm im september

Sarah wants to ban your books by danforth (flickr)

Sarah wants to ban your books by danforth (flickr)

bibliotheken und politik(en)

sarah palin, der aktuellen republikanischen vizepräsidantschaftskandidatin, gelang es mit einigen berichten zu zensurversuchen in einer bibliothek in wasilla und dem versuch sich einer couragierten bibliothekarin zu entledigen eine traurige berühmtheit zu erlangen. aber dabei blieb es nicht. trotz ihrer mehr als fragwürdigen einstellung gegenüber bibliotheken, war es einigen vertreter_innen in der presse nicht zu schade, einen alten abgetrammpelten pfad der bibliothekarischen stereotype entlang zu watscheln und der assoziation „brille = bibliothekarin“ zu erliegen. die times schreibt, laut  finanzial times deutschland,

Dass Palin hinter den strengen Gläsern nicht wie eine klassische Bibliothekarin wirkt, liege allein an ihrem Gesicht, schreibt die britische Tageszeitung „The Times“: „das Gesicht einer Schönheitskönigin“.

aber auch der „nordamerikaexperte“ fällt der brillenspur und seinen vorstellungen zum bibliothekarischen sexleben zum opfer. in dem, im deutschlandradio kultur ausgesendeten, interview „sarah palin muss noch viel lernen„, findet sich der folgende ausspruch:

Und wie ein Komiker so schön sagte: Sie hat die Erotik einer Bibliothekarin, mit den Gläsern und den Haaren auf dem Kopf.
Schulz: Mit dem Vergleich überraschen Sie uns jetzt doch. Welche Anteile machen Sie aus von Gabriele Pauli?
Collier: Das war es, diese Art der erotische… – für viele Männer diese Reaktion. Auch der Rush Limbo, ein Radio-Talkshow-Host, nennt sie eine richtige „Babe“. Ich denke, seine Meinung widerspiegelt die Meinung von vielen der männlichen McCain-Wähler.

dabei ist doch schon lange klar, dass es keine bibliothekarin mehr gibt, sondern nur noch bibliotheks- und informationsmanagerinen.

als nicht minder politisch lässt sich sicherlich die derzeitige situation in mecklenburg-vorpommern darstellen. spd, cdu und die linke ringen zwischen der einschätzung der bibliothek als freiwillige leistung der kommunen und der dringenden verabschiedung eines bibliotheksgesetzes um die bedeutung ihrer kommunalen bibliotheken. dass bibliotheken nicht nur 17 % der kommunalen haushalte in deutschland verbrauchen, sondern auch unterfinanzierte aber nachgefragte kultureinrichtungen sind, verdeutlicht ein blick nach baden würtenberg:

Aus Sicht der Experten schneidet das baden-württembergische Bibliothekswesen im allgemeinen Bundesvergleich sehr gut ab: Mehr als 800 kommunale öffentliche Bibliotheken verteilen sich über das Land. 23 Millionen Besucher, 56 Millionen Ausleihen und ein Bestand von 15 Millionen Medien im Jahr 2007 belegten, dass die Bibliothek in der Bevölkerung nicht nur Ausleihstelle, sondern „auch außerschulische Bildungseinrichtung“ sei, so Georg Wacker, Landesvorsitzender des Deutschen Bibliotheksverbands.

zuckertüte by noema (flickr)

zuckertüte by noema (flickr)

unter dem moto „no logo“ in der bibliothek oder kein zuckertütenfest mit den linken, wurde der lichtenberger linken untersagt

bei den „Zuckertütenfesten“ für Schulanfänger in den öffentlichen Bibliotheken am 13. September ihr Logo zu zeigen. […] Nachdem ursprünglich nur Vertreter der Linken als Mitwirkende, zum Beispiel beim Vorlesen von Geschichten oder Grußworten, vorgesehen waren, mussten nun nachträglich auch Mandatsträger anderer Parteien eingeladen werden.

lernen, lernen nochmals lernen

dieses zitat, von von einem anderen linken (lenin), stand in meiner grundschulzeit in geschnörkelter handschrift neben der schultafel. für die bibliotheken scheint der ausspruch in abgewandelter form „lesen, lesen nochmals lesen“ von immenser bedeutung zu sein. vielfach berichtete die presse von vorleser_innen, leseförderungen und dem lesesommer 2008. dieser lesesommer dürfte in rheinland pfalz bei einigen kindern zum verpassen des eh schon viel zu kurzen sommers geführt haben, sehen wir uns die ergebnisse dieses lesesommers einmal genauer an.

Am eifrigsten hatte Nhu Quynh Nguyen aus Bad Kreuznach geschmökert und sich mit sage und schreibe 37 Büchern und 6749 Seiten die Lesekrone verdient. Die Zehnjährige durfte sich über einen Gutschein über 25 Euro freuen. Den zweiten Platz belegte Emanuel Müller aus Bad Kreuznach. Der 11-Jährige, der 36 Bücher und 5065 Seiten gelesen hatte, durfte sich über einen 20-Euro-Gutschein freuen. Drittplatzierte und Gewinnerin eines 15-Euro-Gutscheins ist die 12-jährige Mimoza Gashi mit 29 Büchern und 3551 Seiten.

wedding ring heart by Troy B Thompson (flickr)

wedding ring heart by Troy B Thompson (flickr)

zwei projekte fielen mir bei den berichten zu den bibliothekarischen sommeraktivitäten besonders auf. einmal die bergwerkwanderung auf den spuren des „herren der ringe“ im rahmen eines projektes zur leseförderung für jungen und die kooperation zwischen bibliothek und balletschule, die zu einer gefährlichen und kampferprobten „bücher-tanzerei“ führte.

Bei der Ballettaufführung „Bücher-Tanzerei – von Leseratten und Bücherwürmern“ können die Schülerinnen ihre eigenen Lese-Erfahrungen umsetzen. 17 Szenen drehen sich um Helden der Literatur – von Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpf bis zu Michael Endes Momo.Eine Rahmenhandlung verbindet die unterschiedlichen literarischen Stoffe: Eine Bibliothekarin stellt die einzelnen Bücher vor und regt zum Lesen an.

in beiden gelungenen konzepten lassen sich körper und geist verbinden, was kinder sicher gut annehmen und ich persönlich habe eine neue anregung bekommen, was es bedeuten kann einen „bibliothekar zu tanzen„. 😉

pscht – streit in der bibliothek

streit by san4ik (flickr)

streit by san4ik (flickr)

die bibliotheken sind als kulturelles ideenkaufhaus gegen arbeitslosigkeit, lernort, bildungseinrichtung, partyort und als lager für diebesware bekannt, in denen auch schon hier und da der computer eingezogen ist. darüber hinaus sind bibliotheken berüchtigt eine sehr ruhige arbeitsatmosphäre anzubieten. pscht – aber auch in bibliotheken fliegen ab und zu die fetzen. so streiten sich im spätsommer 2008 öffentlichkeitswirksam:

  • die ehrenamtlich geführten bibliotheken in der armen aber sexy wirkenden stadt berlin um ihr verbleiben im verbundsystem (voebb) mit dem voebb
  • ein bibliothekar um seinen gerechten lohn mit der zlb
  • in der bücherei bensberg der bibliothekar mit seinem mitarbeiter
  • Offenbar habe die Chemie zwischen den Beteiligten einfach nicht gestimmt. Um den Ärger zu beenden, zog Mumdey nun die Notbremse. Er schlägt dem Progymnasium eine Vertragsänderung vor. Danach würde der städtische Bibliothekar nicht länger in Bensberg arbeiten, sondern in der Forum-Bücherei in Gladbach. Als Ersatz erhielte das Progymnasium Geld, um in eigener Regie eine Fachkraft anzustellen.

    da ich nicht mit einem streitthema meine erste alertshow beenden möchte, aber nun langsam zum ende komme, da ich morgen in der früh in die bibliothek muss, um ein paar bücher zurückzubringen und mich gestärkt mit der materialsuche zu meiner magisterarbeit beschäftigen sollte. hier, als letztes, noch einige  glückwünsche zum 750 jährigen bestehen und zur 60.000 besucherin sowie zum 50. der gemeindebücherei. mal sehen was der oktober so zu bieten hat. 🙂 insgesamt 70 bibinalert für den september finden sich bei del.icio.us. viel spass beim stöbern.

    3 Kommentare

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