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unterwegs für öffentliche bibliotheken

„freizeitmaschine“ in tempelhof – bücher statt flieger???

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nach der heutigen niederlage der „tempelhofritter_innen“ beim ersten berliner volksentscheid, bleibt die frage nach der weiteren nutzung des flughafengeländes offen.

flughafen tempelhof (vogelperspektive von tim pritlove bei flickr)

ich würde mich freuen, wenn der zentral- und landesbibliothek berlin (zlb) einige gebäude auf dem gelände zur verfügung gestellt werden würden. durch die ansiedlung der berliner landesbibliothek mit ihrer umfangreichen sammlung zum thema berlin dürfte auch für die nostalgischen flughafenbefürworter_innen ein ort der erinnerung und des gedenkens entstehen. das bücher und fliegen ganz leicht zusammen denkbar sind, lässt sich mit diesem bild wohl am besten verdeutlichen:

buch mit flügeln flickr by Greg Headley

außerdem steht, meiner meinung nach, die zusammenführung der beiden häuser der zlb seit einiger zeit aus und im drittgrößten gebäude der welt sollte doch platz für die meistbesuchte kultur- und bildungseinrichtung der stadt sein. und hoffentlich findet im fall der fälle eines umzugs das buch „die bibliothek“ von umberto eco bei der planung des flughafenbibliotheksgeländes berücksichtigung. dort heißt es:

„Wenn also die Bibliothek, wie es Borges will, ein Modell des Universums ist, so sollten wir versuchen, sie in ein dem Menschen gemäßes Universum zu verwandeln, und dem Menschen gemäß, ich wiederhole es, heißt auch fröhlich, auch mit der Möglichkeit, einen Kaffee zu trinken, auch mit der Möglichkeit, daß Studentenpärchen einen Nachmittag lang auf dem Sofa sitzen können, nicht um sich dort abzuknutschen,sondern um einen Teil ihres Flirts zwischen Büchern auszuleben, Büchern von wissenschaftlichem Interesse,die sie sich aus den Regalen holen und wieder zurückstellen. Mit einem Wort: eine lustvolle Bibliothek,in die man gerne geht und die sich allmählich in eine große Freizeitmaschine verwandelt, wie das Museum of Modern Art in New York, wo man ins Kino gehen, durch den Garten schlendern, die Statuen betrachten und eine komplette Mahlzeit einnehmen kann.“ (Eco: Die Bibliothek. München 1987, S. 38).

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