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unterwegs für öffentliche bibliotheken

geschlechtergerechte sprache in bibliotheken : 1. bibliothekar_innentag oder die angst vor der feministischen (!) schäferhündin

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ich habe bereits angekündigt, mich noch einmal dem thema geschlechtergerechter sprache in bibliotheken zu beschäftigen. eigentlich wollte ich mögliche praxen vorschlagen, wie mit der bezeichnung „bibliothekartag“ umgegangen werden kann. herausgekommen ist ein etwas längerer text, den ich an den anfang einer reihe zum thema „geschlechtergerechte sprache in bibliotheken“ stellen möchte. ich werde mir onlinekataloge, bibliotheksbeschilderungen, … in der nächsten zeit etwas genauer ansehen und auf veränderungsmöglichkeiten hinweisen. ich möchte damit eine diskussion und vor allem einen prozess der veränderung anregen. ich sehe mich dabei in der tradition feministischer sprachkritiken, die

sich aktiv gegen eine Diskriminierung von Frauen als ‚Untersuchungsobjekte‘ wenden und sich aus ihnen sowohl Gesellschaftskritik als auch der Wunsch nach Veränderungen ableiten läßt […]. (hornscheidt 2000; S. 277)

Sprachliche Normsetzungen stellen sprach- und machtpolitische Handlungen dar. Der Gebrauch der Sprache in unserer Gesellschaft ist an männliche Wertvorstellungen orientiert und diskriminiert zugleich Frauen in mehrfacher Weise. (klösch-melliwa; s. 446)

zu den zentralen aufgaben von bibliotheken gehören das analysieren, erschließen und ordnen von medien bzw. informationen. um diesen aufgaben gerecht zu werden, gehört eine intensive auseinandersetzung mit sprache zu den wichtigen grundlagen der arbeit in bibliotheken.

um so verwunderlicher ist es, dass der tägliche umgang mit sprache im bibliothekswesen beim indexieren, verschlagworten, klassifizieren oder beim anlegen eines neuen benutzer_innenkontos nicht zu einer intensiven auseinandersetzung mit normierungs- und normalisierungsprozessen durch die verwendung von sprache führt bzw. führte. so gehört die verwendung des generischen maskulinums für einen (sehr) großen teil des deutschsprachigen bibliothekswesens, immer noch (2008!!!) zur  tagesordung.

auf vereinzelte interventionsversuche und auf die deutlich formulierte kritik an der verwendung sexistischer sprache im bibliothekswesen wurde bisher eher abweisend begegnet. das lässt sich an dem beispiel des offenen briefs von dagmar jank verdeutlichen, in dem sie eine überprüfung der schlagwortnormdatei und der regeln für den schlagwortkatalog  unter berücksichtigung geschlechter- bzw. frauengerechter sprache einforderte. dieter ahlhelm und friedrich geißelmann erregte dieser brief zu einer reaktion,  in der abwehrhaltungen und „großartige“ gegenargumentationen bestaunt werden können. hier meine lieblingszitate aus dieser erwiderung:

Das [die Berücksichtigung von geschlechtergerechter Sprache und die Ablehnung des generischen Masulinums] würde eine kaum vertretbare Aufblähung von Katalogen und Bibliographien zur Folge haben. (ahlhelm; geißelmann; s. 1805)

Die Geschlechterbeziehung ist in der Literatur doch weit weniger gewichtig als dies bei der abstrakten Durchforstung der SWD auf frauengerechte Sprache von Frau Jank angenommen wird. (ahlhelm; geißelmann; s. 1806)

Wenn der Vorschlag auch für die Tiere gelten sollte – und warum auch nicht – dann würde ein Buch über den Schäferhund unter den Schlagwörtern „Schäferhündin“ und „Schäferhund“ zu finden sein. (ahlhelm; geißelmann; s. 1806)

Der kühne Vorschlag Frau Janks zu feministischen (!) Varianten von Komposita führen zu eigenartigen Verbindungen: Architektinnenhaus, Beamtinnenrecht, Bibliothekarinnenausbildung, Lehrerinnenfortbildung (auch SWD: Lehrerinnenbildung!) aber auch – bei der Einbeziehung von Tieren – nicht nur zur Katzenkrankheit, sondern auch zur Katerkrankheit. Genügen diese Beispiele, oder soll man eine Ablehnung auch noch begründen. (ahlhelm; geißelmann; s. 1807)

Es gibt auch noch genügend andere, notwendige und dringende Aufgaben. (ahlhelm; geißelmann; s. 1808 )

ich möchte, an dieser stelle, nicht weiter auf diese „argumente“ eingehen. ich denke, dass einige dieser gegenreden auch die heutige diskussion um die veränderung von sprach- und sprechverhalten bestimmen. und sich die muster dieser reaktionen sehr gleichen.

Solche sexistischen Abwehrhaltungen werden durch stets gleiche Strategien und Formulierungen abgesichert: Ironie, Verächtlichmachen oder auch Zweifel an der Kompetenz von Kritikerinnen. (klösch-melliwa, s. 446f.)

Neben diesen gönnerhaften Belehrungen, dass es wohl Wichtigeres gebe als sprachliche Gleichbehandlung, gehört zusätzlich das Problematisieren und Erschweren eines alternativen nicht-sexistischen Sprachgebrauchszum Repertoire der Diskriminierungsstrategien. (klösch-melliwa, s. 447)

der oben dargestellte briefwechsel liegt nun mittlerweile 17 jahre zurück und trotzdem lassen sich maskulinistische (berufs)bezeichnungen immer noch an zentralen punkten des bibliothekswesen finden. das ist um so mehr verwunderlicher, da gerade im öffentlichen dienst, in der politik und auch im wissenschaftsbetrieb in den letzten jahren ein umdenken stattgefunden hat.

Geschlechtergerechte „Sprache ist wichtig, denn „mitmeinen“ (z.B. „Wenn ich Kollegen sage, dann meine ich Männer und Frauen“) reicht nicht, wenn sich alle betroffen fühlen sollen: Nur wenn Frauen und Männer gleichermaßen angesprochen werden, werden sie von den Lesenden und Zuhörenden auch mitgedacht. (gindl; czepa; s. 1)

die diskussionen innerhalb der feministischen sprachkritiken sind heterogen. so sollen zum beispiel „frauen“ als ergebnis der veränderung von sprache sichtbarer gemacht werden und nicht mehr nur mitgemeint sein. oder aus queerfeministischen perspektiven wird durch die verwendung des unterstrichs die konstruktion von zweigeschlechtlichkeit durch sprache sichbar (vgl. herrmann).

mittlerweile wird eine vielzahl an hilfen zur verfügung gestellt, die eine beschäftigung mit nichtsexistischer sprachverwendung, jenseits einer angst vor der „feministischen (!)“ „schäferhündin“, ermöglichen. ich erwähne hier nur einige exemplarisch: leitfaden für geschlechtergerechtes formulieren (pdf), „… denn nicht jeder ist eine frau …“ (pdf) oder die broschüre zur sprachliche[n] gleichbehandlung von frauen und männern.

ansätze und vorschläge zur vermeidung des generischem maskulinums sind also genügend vorhanden. gehen wir es also an. führen wir eine diskussion zur verwendung des generischen maskulinums „bibliothekartag“.

die einfachste lösung für diese wichtige veranstaltung wäre die bezeichnung „bibliothekstage“. sicherlich ist es mit einer bloßen umbenennung nicht getan, wenn sich in den köpfen nichts ändert. hier besteht meiner meinung nach noch viel schulungs- und gesprächsbedarf. auch wenn sich erfreulicherweise bei der genaueren betrachtung der homepage zu diesem wichtigen treffen des bibliothekswesens erste momente eines umdenkens aufzeigen lassen. so fand im grußwort der „veranstalter“ die doppelnennung eingang, dort lautet die ansprache „Liebe Bibliothekarinnen und Bibliothekare, liebe Gäste“. sonst steht für die gestaltung des webauftrittes noch viel arbeit an, wie die folgenden beispielhaften screenshots des webauftritts zeigen:

was bleibt zu tun? hier ein paar vorschläge für die anregung zu einer diskussion:

  • kreative umgestaltung der eigenen namensschilder
  • bei wortmeldungen konsequent von den „bibliothekstagen“ sprechen
  • mit den veranstalter_innen ins gespräch über verwendung des generischen maskulinums kommen
  • e-mails und briefe an die veranstalter_innen schreiben und um die verwendung geschlechtergerechter sprache bitten
  • genügend mitstreiter_innen finden, die einen offenen brief formulieren
  • beim berichten über die veranstaltung das tag „bibliothekstage_2008“ verwenden
  • das eigene sprechverhalten, während der tage und darüber hinaus kritisch analysieren

was fallen euch noch für handlungsmöglichkeiten ein?

verwendete literatur:

  • ahlhelm, dieter; geißelmann, friedrich: frauengerechte sprache in der schlagwortnormdatei? : bemerkungen zum offenen brief von dagmar jank. in: bibliotheksdienst 25(1991)11; s. 1805-1808.
  • bundesverwaltungsamt – bundesstelle für büroorganisation und bürotechnik (bbb) (hg.): sprachliche gleichbehandlung von frauen und männern. bbb-merkblatt m 19.  pdf (2002).
  • gindl, michaela; czepa, doris; donau-universität krems: leitfaden für geschlechtergerechtes formuieren. pdf (2005)
  • herrmann, steffen kitty: performing the gap: queere gestalten und geschlechtliche aneignung. in: ancara 28(2005).
  • hornscheidt, antje: lingusitik. in: braun, christina von; stephan inge (hg.): gender studien : eine einführung. stuttgart ; weimar: metzler, 2000; s. 276-289.
  • jank, dagmar: die nicht-gleichbehandlung von frauen und männern in der schlagwortnormdatei – ein offener brief. in: bibliotheksdienst 25(1991)9; s. 1418-1421.
  • lohner, rahel; fachstelle für gleichstellung von frau und mann des kantons basel-landschaft: «…denn nicht jeder ist eine frau…» : geschlechtergerechte sprache – wirkungsvolle kommunikation kurzanleitung mit beispielen. pdf (2001)
  • klösch-melliwa, helga: frauenrelevante/feministische inaltserschließung. in: klösch-melliwa, helga; u.a. (hg.): kolloquiA : frauenbezogene/feministische dokumentation und information in österreich ; lehr- und foschungsmaterial. wien : verl. österreich, 2001; s. 445-467.

nächste folge: geschlechtergerechte sprache in bibliotheken : 2. der opac der ub (humboldt-universität)

14 Kommentare

  1. Und warum kommentiert hier eigentlich niemand?

    Ich habe ja ehrlich gesagt so ein bisschen meine Probleme mit den geschlechtergerechten Formulierungen, weil ich manchmal den Eindruck habe, dass sie auch eine Alibi-Funktion erfüllen. Sprich: Nicht jeder (und damit meine ich bewusst den männlichen Teil der Gesellschaft), der brav in seinen Redewendungen von – sagen wir einmal – Kolleginnen und Kollegen spricht, berücksichtigt die gleichberechtigten Interessen der Frauen auch tatsächlich in seinem Handeln und Denken.

    Kombiniert mit der Tatsache, dass ich Doppelbezeichnungen immer sehr umständlich finde, habe ich mir in Diskussionen schon viel Böses anhören müssen. Diese Diskussion will ich jetzt hier nicht noch einmal auftun bzw. führen. Im konkreten Fall wäre jedoch “Bibliothekstage” sicher eine gute und zudem unkomplizierte Lösung.

    Ich wundere mich zudem – um noch einmal auf die ausbleibenden Kommentare zurückzukommen – dass jetzt an anderen Orten die Diskussion weitergeführt wird, bzw. auf diesen wichtigen Artikel hingewiesen wird, ohne dass hier ein Trackback gesetzt wird, oder zumindest in einem Kommentar Stellung zur angesprochenen Thematik bezogen wird.

    Sollten hier die Kommentare momentan moderiert sein (falls Danilo etwa momentan unterwegs wäre) und entsprechende Wortmeldungen daher bereits in der Warteschleife hängen , bitte ich meinen Hinweis – der ja dann unbegründet wäre, zu entschuldigen.

  2. @Markus:

    Ich wundere mich wirklich darüber, dass du geschlechtergerechte Sprache für unnötig mühevoll und gar heuchlerisch hältst – und dich dann in deinem Kommentar wortreich über einen vergessenen Trackback oder vermeintlich lahmarschige Kommentarmoderation auslässt. Rhetorische Sprachspielchen, die meiner Ansicht nach in erster Linie beweisen, was für ein mächtiges Mittel die Sprache ist.

    Wie dem auch sei und bei deinem Beispiel zu bleiben: Jemand, der (!) geschlechtergerechte Sprache verwendet, sich aber dennoch diskriminierend gegenüber irgendwelchen Geschlechtern verhält, ist mir persönlich marginal lieber, als jemand, der nur von Kollegen, Nutzern und Bibliothekaren redet und sich außerdem diskrimierend verhält.

    Abgesehen davon rate ich mal zu einem Selbstexperiment: Verwende doch mal eine Woche lang ein generisches Femininum bei Textundblog. Du wirst sehen, wie oft deine Blog-Leser sich fragen müssen, ob sie sich netterweise mitgemeint fühlen dürfen – etwas, was Frauen ständig zugemutet wird!

    @Danilo:
    Danke für deinen Artikel und die konstruktiven Vorschläge! Ich freue mich auf gemeinsame Diskussionen in Mannheim! Mein Beitrag zu der Aktion als Referentin: Folien mit dem Titel „Bibliothekstag“ sowie ein ausdrückliche Hinweis darauf im Vortrag die erwünschte persönliche oder virtuelle Diskussion des Themas.

  3. @ Markus
    ich bin gerade am packen für meine morgige reise zu den bibliothekstagen. und habe keine kommentare in meiner bearbeitung. ich freue mich aber über jeden beitrag zu dem thema, auch wenn ich nicht verlinkt werde, da ich ehrlich hoffe, dass sich in der art und weise des sprechens etwas ändern lässt.
    mhm und die frage, womit fange ich an? also ändere ich erst mein handeln im sinne der gleichberechtigung bzw. geschlechterdemokratie, oder lasse ich mich erst auf die verwendung von geschlechtergerechter sprache ein? diese frage lässt sich, für mich, nicht so leicht beantworten. mir ist aufgefallen, dass durch meine konsequente verwendung anderer sprechweisen oft irritationen ausgelöst wurden, die aber in einigen fällen einen kleinen denkanstoß gegeben haben sich mit dem thema zu beschäftigen.
    da sprache gerade für die konstruktion von geschlecht (in all seinen facetten) eine besondere rolle spielt, ist es mir ehrlich gesagt lieber, dass die verwendung geschlechtergerechter bezeichnungen am anfang stehen und ein schrittweiser lern- und änderungsprozess dieser sprachregelung folgt.
    das veränderungen von sprech- und schreibverhalten nicht einfach sind, zeigt dein argument, dass du „Doppelbezeichnungen immer sehr umständlich“ findest. mit dem argument des höheren aufwandes und dem argument der unlesbarkeit wurden bereits frühe versuche das „Binnen I“ einzuführen abgewehrt.
    ich fand die idee von luise f. pusch gewinnbringend und erfrischend, die daraufhin die totale feminisierung der sprache einforderte. ihr hauptargument war, dass bei der feminisierten bezeichnung „bibliothekarin“ die „männer“ schon immer mitgemeint sind. ich habe gemeinsam mit mari*us den vorschlag von luise f. pusch eine weile umgesetzt und wir haben mit dieser sprachverwirrung eine menge freude gehabt. die häufigste reaktion war: „warum nennst du die männer nicht mit und warum beschränkst du dich auf die weibliche form?“ diese frage wünsche ich mir viel häufiger bei der konsequenten verwendung des generischen maskulinums.

    @ anne:
    danke für deine unterstützung. ich freue mich dich als kampfgefährtin gefunden zu haben und hoffe, dass sich unser einsatz für die gerechtigkeit lohnen wird. 🙂

  4. @Danilo: Schön – das hoffe ich auch!

    Nochmal @Markus: Mir ist klar, dass ich da gerade etwas spitzzüngig war in meiner Antwort – möglicherweise sogar über die Maßen. Sorry, wenn mein Ton verletzend war – in der Sache bleibe ich aber natürlich dabei 😉

  5. @Danilo: Ich danke dir für deine Antwort und denke darüber nach.

    Zu Annes Vorwurf möchte ich nur noch entgegnen, dass ich Dir, Danilo, keinesfalls „vermeintlich lahmarschige Kommentarmoderation“ vorgeworfen habe. Dieser Einschub war nur für den Fall geschrieben, dass die Kommentare eben wegen Abwesenheit auf Moderation gestellt worden wären (und dann natürlich meine Verwunderung, dass niemand HIER sondern sonstwo über das wichtige Thema diskutiert, absurd gewesen wäre).

  6. Schon klar, Anne , kein Problem. Ich wusste auch, dass ich hier keinen Beifall für meinen Kommentar bekommen werde. Wenigstens wird jetzt diskutiert. Und an mir reiben darf frau und man sich eh. Ich halte das aus.

  7. Ist es nicht so, dass das grammatische Geschlecht (Genus) vollkommen willkürlich/zufällig ist und mit dem natürlichen Geschlecht (Sexus) erst einmal gar nichts zu tun hat? Deshalb geben verschiedene Sprachen denselben Dingen verschiedene grammatische Geschlechter, manche Sprachen kennen gar kein grammatisches Geschlecht.
    Im Deutschen ist es so: Der Bibliothekar ist vom Genus her männlich, vom Sexus her unbestimmt. Erst das Suffix -in macht aus dem unbestimmten Sexus einen bestimmten, und das heißt weiblichen. D. h., Bibliothekare sind alle, Bibliothekarinnen sind nur Bibliothekarinnen. Bibliothekare sind nur dann als Männer sprachlich gekennzeichnet, wenn sie in einen Kontext wie „Bibliothekarinnen und Bibliothekare“ gestellt werden.
    Und genau darum führt die generelle Feminisierung unweigerlich zu Missverständlichkeit.

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  11. Trackbacks werden manchmal einfach nur deswegen nicht gesetzt, weil sie nicht funktionieren. Dies ist bei Infobib firewalltechnisch zur Zeit leider der Fall.

    Zum Thema:

    Abgesehen davon rate ich mal zu einem Selbstexperiment: Verwende doch mal eine Woche lang ein generisches Femininum bei Textundblog. Du wirst sehen, wie oft deine Blog-Leser sich fragen müssen, ob sie sich netterweise mitgemeint fühlen dürfen – etwas, was Frauen ständig zugemutet wird!

    Da ich in Ausübung meines Berufes ständig als Frau H. angeschrieben werde, kann ich das vielleicht ein kleines bißchen nachvollziehen. Und ich muss sagen: Es stört mich nicht. Meine persönliche Dickfelligkeit sollte nun nicht unbedingt vorausgesetzt werden, daher kann ich das Streben nach geschlechtergerechter Sprache erstens verstehen und zweitens unterstützen.

    Ich möchte dazu jedoch – vermutlich nicht besonders p.c. – bemerken, dass ich symbolische Aktionen wie eine Initiative zur Umbenennung der Bibliothekartage uneingeschränkt gut finde, jedoch eine durchgängige Genderung der Sprache etwas anstrengend finde.

    Nichtsdestotrotz: Gute Idee, Danilo!

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  13. @ carluv

    leider ist mir dieser kommentar entgangen. trotzdem nachträglich eine kurze antwort: nein
    in einigen linguistischen forschungen wurde herausgearbeitet, dass die verknüpfung der rezipient_innen bei der verwendung des generischen maskulinums immer eine verknüpfung mit männlichen vetretern nach sich gezogen hat. bei der verwendung der beidnennung (bibliothekar und bibliothekarin) änderten sich diese verknüpfungen und assoziationen sofort und es wurden auch weibliche vertreterinnen assoziiert .

    um mit luise f. pusch zu argumentieren: bibliothekarin enthält das wort bibliothekar und meint damit bibliothekar tatsächlich mit.

    außerdem war mein vorschlag nicht die totale feminisierung nach luise f. pusch), sondern die änderung in bibliothekstage.

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