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kleinerer ökologischer fußabdruck durch biovegane lebensweisen? – wieviel „klimakiller“ steckt in deinem magen?

| 2 Kommentare

in der süddeutschen zog oliver das gupta unter dem titel „leere teller – dicke steaks“ in der fleischigen vorweihnachtszeit noch gegen die grünen zu felde. er sah sein recht auf ein „gutes“ steack gefärdet, da die grünen in dem positionspapier „bioenergien nachhaltig gestalten“ aufforderten den fleischkonsum drastisch zu reduzieren. im positionspapier wurde mit gesundheitlichen folgen des fleischkonsums und den ökologischen folgen dieser ernährungsweise argumentiert. der „grillmeister der süddeutschen“ das gupta räsonierte, in meinen augen, unbegründet:

Die Grünen haben bereits in der Vergangenheit die Negativ-Wirkung von als ungewöhnlich aufgefassten Vorschlägen unterschätzt: Auf ihrem Magdeburger Parteitag hatten sie sich 1998 für einen Benzinpreis von fünf Mark pro Liter stark gemacht – und damit selbst in der SPD den Anschein erweckt, nicht regierungsfähig zu sein.

ja diese grünen rütteln mit ihren „als ungewöhnlich aufgefassten vorschlägen“, die unmöglich umsetzbar sind, am kleingeist mit der grillzange. oh – das wird die wählerschaft diesen „nicht regierungsfähig[en]“ heimzahlen. dabei findet sich in dem papier lediglich die dringend notwendige forderung:

Neben der Autogröße muss es hier auch um den Fleischkonsum gehen. Umweltverbrauch und Kosten einer nicht artgerechten Tierhaltung gehen bisher nur unzureichend in den Preis von Fleisch und Fleischprodukten ein. Dabei ist die Fleischproduktion sehr flächenintensiv: Um eine Kalorie Fleisch zu erzeugen, braucht man rund sechs bis zehn pflanzliche Kalorien bei der Fütterung von Tieren. Ein großer Teil der Bodennutzung wird daher für die Produktion von Fleisch genutzt. Weltweit sind es rund 30%, Tendenz stark steigend. Eine geringe Reduktion des Fleischverbrauchs wird den Druck auf die Fläche wesentlich entlasten.

ja ich weiß – kein mensch, den ich kenne, isst noch viel fleisch, wurst oder fisch und wenn dann selten und bio. das ist jedenfalls die typische reaktion, nicht auf eine frage, sondern auf meine vegane lebensweise. also müssen es wohl andere sein, die zum aktuell steigenden fleisch-, milch und fischverbrauch beitragen. pro kopf verbrauchten die konsument_innen in der brd 2004 ca. 89,1 kg „fleischprodukte“. dieser fleischkonsum (von wem auch immer) trägt, nach bisherigen erkenntnissen, zu einem erheblichen anteil zum treibhauseffekt bei.

in der taz vom 24.08.2008 untertitelt nicola liebert ihren artikel „biokost allein löst die klimafrage nicht“ in bezug auf eine studie des instituts für ökologische wirtschaftsforschung (iöw),

Die Umstellung auf Ökolandbau ist sinnvoll, reduziert aber kaum die Treibhausgase. Hier hilft nur Fleischverzicht.

die autorin verweist auf die ergebnisse des forschungsinstituts und schreibt

[d]ie Ernährung eines Fleischessers verursacht laut IÖW-Studie so hohe Emissionen wie 4.758 Kilometer mit einem kleinen BMW. Ernährt er sich nur noch von Bioprodukten, käme er auf 4.377 Kilometer. Ein Vegetarier würde nur rund halb so viele Treibhausgase freisetzen. Und ein Veganer wäre unschlagbar mit dem Äquivalent von 629 Kilometern bei konventionellen und 281 Kilometern bei Bioprodukten.

und was bleibt, außer mehr aufklärung zu gesundheitlichen risiken und ökologischen folgen einer fleisch- und milchreichen ernährung zu betreiben? die subventionspolitik für die „milchproduktion“ der eu neu zu überdenken? den einfluß der agrar- und bauernlobby auf die politik stärker offen zu legen? die eigene ernährung einer kritischen analyse zu unterziehen? die möglichkeit die „nahrungsmittel“, die zu einer gefährdung der umwelt beitragen höher zu besteuern und die ökosteuer für tierische produkte einzuführen? oder die einführung einer fleischsteuer? und, und, und

wie sieht es eigentlich bei euch aus? welchen ökologischen fußabdruck hinterlasst ihr aufgrund der ernährungsgewohnheiten? mit dem ökologischen fußabdruck rechner – footprint besteht die möglichkeit das eigene konsumverhalten im bezug auf die ernährung, das wohnen, die mobilität und den konsum zu überprüfen. hier mein abdruck im bereich ernährung: 🙂

für alle, die sich noch mit den wichtigsten argumenten der diskussion zum thema beschäftigen wollen, findet bei tier-tv eine einstündige auseinandersetzung mit dem titel „massentierhaltung und das klima„.

nachtrag: in der ausgabe der taz vom 26.08. findet sich außerdem der beitrag „essen wie ein[_e] italiener[_in] schont das Klima“ zur oben genannten studie des iöw.

2 Kommentare

  1. Danke für den tollen Artikel. Werde ich morgen mal aufgreifen. Mein eigener Footprint liegt übrigens bei 0,57. Find ich ok – geht aber besser.
    Mein Lieblingspunkt ist übrigens:
    „* die eigene ernährung einer kritischen analyse zu unterziehen?“

    Bis morgen früh,
    Mari

  2. @ mari*us
    danke für das lob :-). hast du die anderen kategorien auch durchgetestet? bis gleich

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