danilolablog

unterwegs für öffentliche bibliotheken

klimakiller bibliothek? – oder: über die co2-emission einer nachhaltigen netzgesellschaftk

| Keine Kommentare

-3.1% of CO2

-3.1% of CO2

marcel weiss schreibt bei netzwertig.com unter dem titel „Google-Suchen nicht umweltschädlich“ einen beitrag zur frage nach der höhe der co2-emissionen, die im rahmen einer suchanfrage bei google entstehen können.  die höhe dieser emissionen variiert, je nach dem wer die studie herausgibt, zwischen 0,2 bis 10 gramm.

obwohl co2-emissionen entstehen, behauptet der verfasser des eintrag’s, nicht nur im titel, dass suchanfragen im netz nicht umweltschädlich sind, sondern er zeigt darüber hinausgehend auf, dass die benutzung der bibliothek ein weitaus größeres umweltproblem ist:

Wenn ich, zum Beispiel, statt in die Bibliothek fahren zu müssen, eine Suche auf Google ausführen kann, um meine Information zu bekommen, sorgt die Nutzung von Google für eine Senkung an Emissionen. Allein das einmalige Auftreten eines solchen oder vergleichbaren Falles dürfte die ökologischen Auswirkungen jahrelangen Googelns nach LOLcat- und Promibildern aufwiegen.

also einmal in die bibliothek gehen = jahrelanges „Googelns nach LOLcat- und Promibildern“? diese rechnung leuchtet mir nicht ein. welche zahlen liegen dieser behauptung zu grunde?

das gleiche beispiel finden wir außerdem im google watchblog:

Vergleicht man aber den CO2 einer Google Suche – circa 0,2 Gramm – mit den Recherchemethoden vor einigen Jahren ist das erstaunlich wenig. Noch vor einigen Jahren musste man für eine Recherche zum Beispiel in die nächstgelegene Bibliothek fahren. Die EU möchte, dass ein Auto pro Kilometer nur 140 Gramm CO2 ausstößt. Das heißt, dass man pro Kilometer laut Google Blog Posting 1000mal googlen könnte.

auch hier wird voraus gesetzt, dass bibliotheknutzer_innen zum großen teil mit dem auto anreisen. ist das so? und lässt sich eine suchanfrage bei google mit dem besuch einer bibliothek vergleichen?

aber zurück zu netzwertig.com, dort resümiert der verfasser am ende seines beitrages:

Führt man diese Betrachtungsweise im Kontext auf das ganze Web weiter, wird es noch offensichtlicher, dass die Nutzung des Netzes insgesamt wohl eher einer nachhaltigeren Gesellschaft zuarbeitet, als umgekehrt.

selten so gelacht – bzw. geweint.

  • +B.C.=-CO2

    +B.C.=-CO2

    was genau führt bei der benutzung des web (suchanfragen bei google) zu einer nachhaltigeren gesellschaft?

  • wie kann ich über nachhaltigkeit sprechen, wenn ich aus den augen verliere, dass ein funktionierendes internet hardware benötigt, die dann unter absolut nicht zu akzeptierenden bedingungen entsorgt werden? (s.u.)
  • warum setzt sich marcel weiss nicht selbstkritisch mit seinem, wenn auch geringem, anteil an der co2-emission auseinander?

mich hätten ehrlich gesagt in diesem beitrag ansätze interessiert, wie ich persönlich dazu beitragen kann, die co2 emission zu verringern. oder wie ich durch mein persönliches suchverhalten etwas verändern kann? also ganz im sinne einer nachhaltigeren gesellschaft. ein gutes beipiel dafür bietet z.b.  ecocho. das wäre dann nicht googlen sondern yahoon 😉

NACHTRAG (17.01.2009): markus listet in seinem artikel zu grünen suchmaschinen eine vielzahl an alternativen suchmöglichkeiten auf. 🙂

hier noch ein video aus einer nachhaltigen netzgesellschaft:

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.