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kritik an berliner staatsbibliothek: kernaufgabe statt zeitungen

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Zetungs- & Bankkrise

Zetungs- & Bankkrise

in der heutigen ausgabe des berliner tagesspiegels wird die kündigung der zeitungsabos für die auslage der zeitungen in den lesesälen durch die berliner staatsbibliothek thematisiert.

Die Bibliotheksleitung hat wegen ihres „de facto sinkenden Erwerbungsetats“ die Abonnements überregionaler und internationaler Zeitungen gekündigt, die seit Jahren in den Lesesälen auslagen. Leser sehen darin einen „veritablen Skandal“.

spannender weise verweist der artikel auf die finanzkrise aus der eine zeitungskrise für die stabi geworden sei, die sich nun auf grund der finanziellen ausstattung der bibliothek auf ihre kernaufgabe besinnen muss. naja – ob das nicht ein wenig weit hergeholt ist?

Die Tageszeitungsauslage sei ein Zusatzangebot gewesen, die Streichung könne trotz zahlreicher Proteste nicht rückgängig gemacht werden, erklärte Schneider-Kempf dem Tagesspiegel. Kernaufgabe der Staatsbibliothek sei die Versorgung mit wissenschaftlicher Literatur. Allerdings hat die Bibliothek im vergangenen Jahr auch rund 1000 naturwissenschaftliche Zeitschriftentitel abbestellt.

ab zum kiosk

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eine frage bleibt für mich bestehen: wie können  zeitungen, die zum großen teil wissenschaftsseiten anbieten, aus einer wissenschaftlichen bibliothek verbannt werden? was für eine begriff von wissenschaftlicher literaturversorgung versteckt sich in dieser anschaffungspolitik?

im artikel werden die leser_innen der zeitungen an die zeitungsabteilung im westhafen verwiesen. sicherlich lassen sich auch einige titel in der stadtbibliothek berlin finden, diese ist für viele wesentlich günstiger zu erreichen.

neben der kritik an der wundersamen anschaffungspolitik formuliert ein nutzer der bibliothek grundlegende kritik am service, den öffnungszeiten und den zugängen zum internet:

Für Stabi-Benutzer Nikolaus G. Schneider ist die Kündigung der Abos nur ein Symptom des schlechten Services der Bibliothek. So würden bereits gelegte Internetanschlüsse an den Arbeitsplätzen im Lesesaal nicht freigeschaltet, drahtlose Anschlüsse gar nicht erst angeboten. Und die Öffnungszeiten der Berliner Häuser blieben weit hinter der täglich von 8 bis 24 Uhr zugänglichen Staatsbibliothek München zurück: Die Berliner Häuser bleiben am Sonntag geschlossen, sind werktags nur bis 21 Uhr geöffnet.

Amory Burchard: Berlins Staatsbibliothek nimmt Lesern die Zeitungen weg. In: Tagesspiegel vom 22.01.2009.

4 Kommentare

  1. Hey Vielen Danke Danilo, sonst verpasse ich das, wäre schade:-)

  2. hallo jiantan – sehr gerne – ich freue mich, wenn das bloggen auf offene augen und ohren trifft. 🙂

  3. Lieber Danilo, dein Blog lese ich sehr gerne auch schon lange abonniert! Weiter hardblogging…

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