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unterwegs für öffentliche bibliotheken

nikolaus german lobt google (buchsuche) im deutschlandradio kultur

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anti-Google campaign

anti-Google campaign

das passt ja wieder. nächste woche darf ich ein referat zum digitaliserungsprojekt von google und der damit verbundenen zusammenarbeit mit einigen bibliotheken halten und im politischen feuilleton des deutschlandradios kultur bringt nikolaus german gestern unter der überschrift „internet, wissen und und globales bewußtsein“ eine lobeshymne auf die google buchsuche.

Internet, Wissen und globales Bewusstsein Von Nikolaus German (mp3)

Google avanciert mit diesem gigantischen Projekt wohl zum größten Kultur- und Wissensvermittler unserer Zeit. Ob in Tokio oder Mecklenburg-Vorpommern – überall wo Menschen online sind, können sie sich künftig per Mausklick mittelalterliche Prachthandschriften ins Haus holen, oder die Werke von Leibniz oder Goethe – vollständig und, wie gesagt – kostenlos. Ein grandioses kulturelles Unternehmen.

leider verliert nikolas german kein wort über die monopolstellung von google oder über die vertragliche  intransparenz des digitalisierungsprojektes. es fällt natürlich auch kein wort zu bestehenden projekten, die ebenfalls an der digitalisierung von kulturgütern arbeiten. schade – chance vertan. nein nicht nur das – der autor vergleicht die wikipedia mit dem unternehmen google und führt aus:

Auch Google will allen Menschen das Wissen der Welt kostenlos zugänglich machen.

Just Expressing Her Opinio

Just Expressing Her Opinio

nun ja – hier drei einführende literaturtipps für den autor dieses beitrags, um so in die lage versetzt zu sein den nächsten radiobeitrag vorzubereiten:

  • Jean-Noël Jeanneney: Googles Herausforderung : für eine europäische Bibliothek. Berlin 2005
  • Gerald Reischl: Die Google Falle: die unkontrollierte Weltmacht im Internet. Wien 2008
  • Ralf Kaufmann; Veit Siegenheim: Die Google-Ökonomie: wie Google die Wirtschaft verändert. Düsseldorf 2007

5 Kommentare

  1. Hm… wie schwierig… würde gerne mitlästern… aber das ist problematisch wenn man ein Webangebot so wahnsinnig hilfreich findet. Für meine (zum Glück abgeschlossene) Recherche zur Mikrowellen-Trocknung war neben den Fachdatenbanken nur die Buchsuche von Google von Erfolg gekrönt. Die Suchseiten von Bilbliotheken fand ich (als nicht-Bibliothekswissenschafterin) kompliziert, die Fernleihe anstrengend und bei großen Mengen zu teuer. Außerdem hab ich kaum etwas Hilfreiches gefunden. Das Informationsmonopol ist trotzdem bedenklich. Welche Alternativen gibt es denn zur Buchsuche von Google?

  2. @ oOchrisitin Bee
    sicherlich bietet die suche über google (buchsuche) häufig gute und sehr gute ergebnisse. dem gegenüber steht die unkontrollierten datensammelleidenschaft des konzerns und die frage nach der zugänglichkeit von büchern in der google-buchsuche. bleibt diese suche werbe-und kostenfrei? des weiteren stellt sich die frage nach der aufgabe der bibliotheken beim digitalisierungsprozess. und so ganz „kostenlos“ ist das angebot des suchgiganten nicht – du gibst informationen preis, die gegen bares an werbeanbieter verkauft werden.

    um in büchern etwas zu schmökern oder eine erste meinungen zu erhalten nutze ich z.B.:
    http://www.deutschesfachbuch.de/info/news.php?pid=1 und http://www.librarything.de/. außerdem gibt es http://www.archive.org/index.php und ein gewisses potential hat auch die http://www.europeana.eu/portal/index.html – bei den letzen beiden wirst du wahrscheinlich nichts zum thema „mikrowellen-trocknung“ erfahren. aber vielleicht hier: http://www.oaister.org/.

    was ist das komplizierte an der benutzung der bibliothekarischen suchseiten?

  3. Danke – ist getagged. Oaister hab ich gleich mal ausprobiert und gleich was neues gefunden. Sieht nett aus – werd ich bestimmt noch ausführlicher testen. 🙂

    „was ist das komplizierte an der benutzung der bibliothekarischen suchseiten?“

    Kommt drauf an was man sucht. Normalerweise kommt ich ganz gut klar, aber schwierig find ichs wenn ein Buch nur einmal vorhanden ist – und einfach nicht rauszufinden ist, ob zu deinem Thema überhaupt was sinnvolles da drin steht. Dann Fernleihe: „Bestand im SWB prüfen“, nicht im SWB nachgewiesen“ Man wird von einem Formular zum nächsten geleitet (die Schritt für Schritt immer mehr an Amiga 500 Anwendungen erinnern). Dann weiß man nie ob die Bestellung für die man ja immer 1,50€ bezahlt auch wirklich ankommt. Und zwei Wochen braucht das auch immer. Die Zeitschriftensuche ist noch verwirrender … Da ist google scholar allerdings auch wenig hilfreich. – jaja, sind Luxusproblemchen und die Faulheit sich wirklich damit zu beschäftigen – aber wenn dein Thema inhaltlich schon schwierig ist, freut man sich wenn die Recherche wenigstens schnell und einfach geht.

  4. Den großen Unterschied/Vorteil in der Bedienung sehe ich vor allen Dingen in der Verfügbarkeit von Volltexten. Das ist schon hilfreicher gleich einen Einblick zu bekommen.
    Ein weiter Punkt ist die zentrale und bekannte(!) Anlaufstelle, die Google darstellt. Bibliothekarische Angebote verteilen und unterscheiden sich derzeitig zu stark und sind zu wenig beworben. Hier wäre es schön, wenn die Entwicklung hin zu Schnittstellen und Datensammlungen, wie bei der Europeana geht. Dann wäre es vielleicht auf möglich etwas vergleichbares zu kreieren. Bis dahin wird aber noch viel Zeit und viele Bibliothekarische Projekte ins Land gehen :/

  5. Pingback: Google Buchsuche

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